Dezentrale Energieerzeugung

Quartierskonzepte sprießen dieser Tage vielerorts aus dem Boden. Sie sind Ausdruck eines neuen, ressourcenschonenden Lebensstils und Sinnbild der dezentralen Energieversorgung. Ein Trend, den auch Sie in Ihrer Region erleben?

Vor der Energiewende lag unser Fokus auf einer stabilen Versorgung. Große zentrale Kraftwerke stellten sicher, dass die Nachfrage nach Strom bedient wurde. Um die Steckdose des Verbrauchers zu erreichen, musste der erzeugte Strom stets weite Strecken zurücklegen. Die dezentrale Energieerzeugung weicht diese „Alleinherrschaft“ auf. Mit vielen kleinen Erzeugungseinheiten setzt sie auf eine Energieversorgung der kurzen Wege. Dabei kommen vor allem Technologien zum Einsatz, die erneuerbare Energien fördern. Dazu gehören Blockheizkraftwerke, Photovoltaik, Windkraftanlagen und Kleinwasserkraftwerke. Die verteilte Versorgung fördert die Interaktion und die Integration aller Marktteilnehmer.

Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers bewerten Stadtwerke die Erzeugung und den Handel konventioneller Energien als Risiko mit geringen Handlungsmöglichkeiten. 54 Prozent der befragten Stadtwerke sind nicht zuletzt wegen der sinkenden Rendite von einem Ausstieg aus der konventionellen Energieerzeugung überzeugt. Dies zeigt sich auch im Portfolio der Stadtwerke wieder: Mehr als die Hälfte fuhren 2016 bei der Energieerzeugung zweigleisig, mit einer klaren Tendenz hin zu erneuerbaren Energien. So gehörte bei 56 Prozent die Erzeugung konventioneller Energien zur Wertschöpfungskette, doch bereits 82 Prozent setzten auf die Erzeugung regenerativer Energien. Netz und Vertrieb bleiben im Mehr-Sparten-EVU kritische Erfolgsfaktoren.