Neue Geschäftsmodelle

Die angestrebte Energiewende und Digitalisierung unserer Gesellschaft bieten in verschiedenen Bereichen Potenzial für neue Geschäftsmodelle. Dabei umfasst das Feld innovativer Geschäftsideen Produkte und Dienstleistungen, die sich an End- als auch an Geschäftskunden richten können.

Erhöhte Betriebssicherheit

Die Energieversorgung stellt seit jeher eine kritische Infrastruktur dar: Kommt es zu Leistungsausfällen im Netzbetrieb, hat dies direkte Effekte auf nahezu alle anderen Infrastrukturbereiche. So vermag ein Stromausfall die Funktionsfähigkeit des Landes auszuhebeln. Die Digitalisierung unserer Gesellschaft und die Dezentralisierung in der Energieerzeugung steigert den Wunsch nach mehr Betriebssicherheit in der Energieversorgung. Dies bietet Potenzial für innovative Geschäftsmodelle, die energienahe Dienstleistungen für Prävention und Risikoanalyse umfassen.

Eine Idee für ein solches Geschäftsmodell wäre beispielsweise die Gründung eines Kompetenzzentrums, welches Standardisierungsmaßnahmen für dezentrale Netzbereiche mit autonomer und teilautonomer Stromversorgung entwickelt und umsetzt. Die Standardisierung kann dabei vielfältige Bereiche umfassen: von technischen Komponenten über operative Planungs- und Betriebsprozesse bis hin zum Monitoring, der Steuerung und Wartung von Stromerzeugungsanlagen. Darüber hinaus könnte ein solches Kompetenzzentrum Hilfestellung bei der Planung und Realisierung dezentraler Netzbereiche anbieten. Neben technischem Support könnte es auch auch bei Finanzierungs- und Förderungsfragen sowie Antragsstellungen unterstützen und rechtlich beraten.

Informationsauskunft als Service

Eine andere Idee könnte Bürger, Unternehmen, Architekten und Planer als Zielgruppe fokussieren. Bei Bauvorhaben müssen sie ihrer Erkundigungspflicht nachkommen: Dafür fragen sie bei Leitungsnetzbetreibern an, ob Leitungen, Anlagen oder Stationen von dem geplanten Bauvorhaben betroffen sind. Leitungsnetzbetreiber müssen dann ihrer Auskunftspflicht nachkommen und detaillierte Informationen über unterirdisch verlegte Infrastruktur liefern. Ein Prozess, den derzeit nur ein Teil der Leitungsnetzbetreiber optimiert und automatisiert hat.

Würden die Bereitstellung dieser Daten optimiert und digitalisiert sowie für andere über ein Online-Informationsportal zugänglich gemacht werden, könnten Ausführende von Bauvorhaben umfassende Informationen auf Knopfdruck erhalten. Die Fehlerquelle bei der Zusammenstellung der angefragten Daten sowie die Wartezeit auf Auskunft würden sich reduzieren. Ein Zugewinn für beide Seiten.