Digitalisierung & Automatisierung

AirBnB ist der größte Zimmeranbieter ohne eigene Zimmer, Uber das größte Taxiunternehmen ohne eigene Taxis, ebay der größte Warenhändler ohne eigenes Warenlager. Die Digitalisierung bricht gewohnte Wertschöpfungsketten auf und ruft neue Player auf den Plan. In allen Lebensbereichen bringen sich sowohl Start-ups als auch Prosumer in Stellung – Konsumenten, die zugleich in die Produzentenrolle schlüpfen.

Werden deutsche Stadtwerke langfristig Stromversorger ohne eigenen Strom sein? Möglich. Laut der Stadtwerkestudie 2030 glauben vier von zehn Stadtwerkemanager, dass ihre Zukunft im Betreiben von Plattformen mit einem hohen Anteil an digitalen Technologien liegt.

Energie smart gemacht

Strom bleibt auch im digitalen Zeitalter ein und dasselbe Produkt. Doch die Dezentralisierung und damit verbundene „unkontrollierte Energieerzeugung“ treibt uns weiter Richtung „Internet der Energie“: Es braucht ein intelligentes Energiesystem, das die Erzeugung, Speicherung sowie den Verbrauch von Energie kombiniert und neben Strom auch Daten transportieren kann. Ein Smart Grid.

„Ein Stadtwerk ist dann eben kein Werk mehr, sondern ein Netzwerk-Management-System, das mit vielen anderen Providern und Innovateuren vernetzt und verbunden ist.“ Matthias Horx, Visionär und Chef des Wiener Zukunftsinstituts, über Stadtwerke im Jahr 2035.

Laut der Stadtwerkestudie 2030 begreift mehr als die Hälfte aller Stadtwerke die Digitalisierung als Chance. Das Managen gigantischer Datenmengen aus Einspeisung, Smart Metering und Netzbetrieb bietet neue Möglichkeiten auf Kundenbedürfnisse einzugehen und passende Produkte sowie Services zu offerieren. Um dies leisten zu können, braucht es neben der digitalen Transformation der Branche auch Transformationsprozesse im Unternehmen selbst. So wollen 59 Prozent der Stadtwerke bis 2020 die Effizienz und Geschwindigkeit sämtlicher Geschäftsprozesse durch Digitalisierung und Automatisierung deutlich steigern.